Städtebaulicher Wettb. Ketschenvorstadt
Coburg
Auslober
Stadt Coburg
Auszeichnung
1. Preis nach Überarbeitung
Verfahren
Realisierungswettbewerb
2008
mit
berger röcker architekten
Die Ketschenvorstadt zwischen untere Anlage und Casimirstraße bildet den südlichen Teil der historischen Erweiterung der Altstadt. Reste von Grüngürteln, welche anstelle der inneren und äußeren Befestigungsan-lagen angelegt wurden, sowie eine räumliche Platzabfolge entlang der historischen Verbindungsachse Erfurt-Nürnberg deuten noch heute auf ehemalige großräumige Freiraumkonzepte hin, sind jedoch durch eine Ausrichtung auf die verkehrstechnischen Bedürfnisse des 20. Jahrhunderts stark in ihrem Zusammenhang und ihrer Wahrnehmbarkeit beeinträchtigt. Eine Stärkung und teilweise Wiederherstellung der historischen Bezüge in Abstimmung mit den heute vorzufindenden Gegebenheiten steht im Mittelpunkt des Konzeptes. Ein weiterer Schwerpunkt bildet die Ausbildung der Bodenbeläge. Hier wird die Materialwahl der Altstadt aufgegriffen. Bei der Verwendung von Pflastergrößen und Verlegemustern sowie Art und Weise der Straßen- und Platzraumgliederung wird jedoch eine eigenständige Haltung eingenommen.
Der Albertsplatz als Teil der inneren Ringanlage und „Foyer der Altstadt“ nimmt eine Sonderfunktion in der Platzabfolge Marktplatz – Albertsplatz – Säumarkt ein. Er wird städtisch gestaltet, stellt jedoch den einzigen durch Bäume begrünten Platz dar. Gleditschien bilden hier einen locker gestellten Baumhain, welcher die Bushaltestelle in sich aufnimmt und den ruhigeren Aufenthaltsbereich des Platzes darstellt. Kleine Sitzgruppen laden zum Verweilen, Ausruhen und Sich-Treffen im lichten Schatten der Bäume ein.
Ebenfalls begrünt wird die Ostseite des Kreuzungspunktes Zinkenwehr/Goethestraße wodurch die wenig attraktive Straßenaufweitung in diesem Bereich geschlossen und die Fläche dem dort beginnenden Grünraum zugeordnet wird.
Die südliche Ketschenvorstadt jenseits der ehemaligen Stadtmauer wird insgesamt „durchgrünt“, wodurch auch der von der Itz kommende Grünzug seine Fortführung findet. Dies erfolgt durch Baumreihen am nördlichen Fahrbahnrand der Anliegerstraßen Casimirstraße und Ahornstraße sowie eine zeitgemäße funktionsoffene Gestaltung der Justizwiese und eine Einreihung dieser in die Abfolge von parkartigen Grünanlagen entlang der ehemaligen Stadtmauern. Für die Casimirstraße zwischen Friedhof und Justizwiese wird in diesem Zusam-menhang eine Verkehrsberuhigung vorgeschlagen, um deren hohe Bedeutung als Fahrrad- und Fußgängerverbindung zwischen oberer Anlage und Ketschentor hervorzuheben und um Salvatorfriedhof und Justizwiese stärker miteinander zu verknüpfen.